Medienmitteilung: Handy-Parksystem in Fehraltorf wird eingestellt

13. Januar 2012

Fehraltorf lancierte vor rund fünf Jahren gemeinsam mit dem einheimischen Unternehmen xsmart ein Parkticket, das per Handy gelöst werden kann. Die Gemeinde nahm damit eine Vorreiterrolle ein. In den Parkzonen Kirchgasse und Luppmen liess sich seither auf rund 90 Parkfeldern die Parkuhr per Tastendruck auf dem Handy aktivieren und minutengenau auch wieder stoppen. Damals hofften die Betreiber, dass nach den Erfahrungen Fehraltorfs andere Gemeinden und Städte nachziehen würden. Die Gemeinde ihrerseits hoffte darauf, die SBB ins Boot zu holen – beides gelang nicht. Nun hat der Gemeinderat beschlossen, den Dienst einzustellen. «Wir bedauern das sehr, denn der Dienst funktionierte tadellos und ist grundsätzlich eine gute Sache», sagt Gemeindepräsident Wilfried Ott.SBB zog nicht am location of coinstar machines Coinstar Money Transfer, ROMANIA, ARGES gleichen Strick
Laut Ott habe Fehraltorfs Exekutive einem einheimischen Unternehmen mit einem innovativen Produkt Starthilfe leisten wollen. «Zudem verlieh es auch unserer Gemeinde einen fortschrittlichen Charakterzug.» Der Gemeinderat habe aber festgestellt, dass die beiden Parkplätze für diesen Dienst zu klein seien, um rentabel zu sein. «Wir haben deshalb versucht, die SBB mit ihrer Park-and-Ride-Anlage am Bahnhof mit einzubeziehen», sagt Ott. Die Gemeinde stiess dabei aber auf taube Ohren. «Die SBB befürchtete, dass sie so weniger Einnahmen generieren würde, da mit dem Handyparking auf die Sekunde genau abgerechnet wird.» Darum gehe die Kosten-Nutzen-Rechnung für die Gemeinde nicht auf, «obwohl 10 Prozent aller Nutzer diesen Dienst in Anspruch nahmen.»Christian Baumann, Geschäftsführer von xsmart, bedauert den Entscheid des Gemeinderates. Er ist überzeugt, dass Fehraltorf sich wegen des Servicegedankens für das Mobile-Parking-System entschieden hatte. «Es ist ganz typisch für diese Gemeinde, dass sie die Bürger als ihre Kunden sieht und ihnen eine optimale Dienstleistung bieten will.» Er stellt klar, dass die Einstellung des Services ein rein betriebswirtschaftlicher Entscheid gewesen ist. «Es hat nicht damit zu tun, dass das System nicht funktioniert hat oder die Kunden es nicht mochten.» Um das System aber gewinnbringend betreiben zu können, müsse ein Minimum an Parkvorgängen darüber abgewickelt werden.Gemeinden priorisierten System nicht
«Wir gingen davon aus, dass andere Gemeinden auf diesen Zug aufspringen würden. Das war aber nicht der Fall», sagt Baumann. Alle seien zwar von der Einfachheit und der Funktionalität begeistert gewesen, wollten das Thema aber nicht priorisieren. «Schliesslich müssen die Autofahrer bezahlen, ob sie Kleingeld im Portemonnaie haben oder nicht.» Der xsmart-Geschäftsführer gibt zudem zu bedenken: «Bussen können ja auch gewinnbringend sein.» Seine Firma habe beschlossen, die Kosten für eine einzige Gemeinde nicht weiter zu tragen und den Dienst einzustellen.«Wir setzen unser Mobile-Payment-System darum fortan ein, wo es als Service gewünscht ist. Der Nachtzuschlag des ZVV sowie der Nachtschwärmer der ZKB sind zwei Beispiele dafür.»